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21.02.19 21:18

Studienfahrt 2019 - Oswiecim


Von: Tina Nickel (Bz 18)


Am Donnerstag, den 31. Januar 2019 entschloss sich eine Gruppe aus Schülern und Lehrern dazu, den weiten Weg auf sich zu nehmen, einem lang vergangenen, jedoch immer noch bedeutsamen Ereignis, nachzugehen. Auch dieses Jahr bot sich die Möglichkeit bei der jährlichen Studienfahrt dabei sein zu dürfen. Mit einer recht großen Gruppe von 23 Personen entschied man sich dazu, den Erlebnissen und Geschichten von früher gegenüber zu treten.


Nach einer kleinen Verzögerung aufgrund des Wetters wurden wir durch viele nette Menschen und einem leckeren Mittagessen gut in Oswiecim empfangen. Am selben Tag besuchten wir gegen 17 Uhr ein Museum, wo wir die Geschichte der Juden von Polen und wie sie überhaupt in dieses Land kamen, kennenlernen durften. Abends setzten wir uns nach dem Essen zusammen, redeten über Vergangenes und über das, was uns noch erwartete. Alle die wollten, konnten abends noch bei einem Rundgang durch Oswiecim dabei sein. 

Am darauffolgenden Tag holte uns die Vergangenheit gleich zweimal ein. Nach einem leckeren Frühstück ging es auch schon los. Unser heutiges Ziel war Stammlager 1, auch unter dem Namen Auschwitz bekannt. Mit einem Fußweg von etwa 30 Minuten kamen wir am besagten Ort zügig an. Dort stellten wir erstmal fest, dass wir keinesfalls allein waren. Die Massen an Menschen, die dort standen wollten alle das sehen, was so lange her war, aber trotzdem noch viele interessierte. Wir wurden von einer netten Frau durch das weltbekannte KZ geleitet, hatten aber wenig Zeit während des Rundgangs alles zu überdenken und richtig auf uns wirken zu lassen. Da traf uns die Vergangenheit nochmal, da wir noch am selben Tag, erneut zum besagten Lager liefen. Erstaunlicherweise war es nachmittags fast schon zu still. Vormittags sahen wir uns verschiedene Bilder in einzelnen Blöcken an, betraten den Vernichtungsblock, sahen Mitbringsel wie Brillen, Koffer, Kleider von Kindern oder abrasierte Haare von Insassen in Block fünf, sechs und sieben. Die Zellen vom Tötungsbereich im elften Block und Zeichnungen eines Gefangenen in Block 21, bis hin zu der Gaskammer und den sehr auffälligen Maschendrahtzäunen die man einfach nicht übersehen konnte. Alles wirkte bedrohlich und voller Leid. Am selben Abend gab es einen erneuten Austausch. Jeder der wollte konnte mit Bildern und Worten seine Gedanken und Gefühle ausschütten und sich mitteilen.  

Zu Beginn des nächsten Tages gab es wieder ein ausreichendes Frühstück, das an diesem Tag ganz besonders von Nöten war. Unser Tag drehte sich um das Lager Auschwitz Birkenau, das wir mit dem Bus relativ schnell erreichten. Birkenau war vom Gefühl etwas anderes als das Stammlager 1, obwohl uns auch hier schreckliche Geschehnisse von Früher erwarteten. Die Größe war definitiv ein Faktor, der alles etwas anders aussehen ließ. Wir sprechen von mehreren Hektar. Riesige Grünflächen mit zahlreichen Baracken und einer Vielzahl an Ruinen, umgeben von Stacheldrahtzäunen. Mit einem gigantischen Feld, welches als Massengrab diente. Unsere Begleiterin vom Vortag leitete uns auch durch dieses Lager. Wenn man nicht wusste wo man stand, sah es unglaublich friedlich aus, fast schon erschreckend ruhig. Wir gingen durch einzelne Baracken und manche Häuser, sahen wie die Menschen dort gelebt, gegessen und gefroren haben und letztendlich auch gestorben sind. Viele Einzelheiten und Bilder beeinflussten uns unterschiedlich, jeder hatte seine eigene Weise, solche Anblicke zu verarbeiten.

Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause führte uns der Weg gegen 15:30 Uhr zu einem Kloster. Dort sahen wir über 200 Bildern, die ein damaliger Gefangener gezeichnet hatte. Zu einer solchen Aufgabe fähig zu sein, nach einer solch langen, grausamen Zeit, ist erstaunlich. Der Künstler war eigentlich nicht mehr in der Verfassung solch eine Leistung zu erbringen, trotz alle dem hatte er Bilder mit erschreckenden Darstellungen in den verschiedensten Größen gezeichnet. Alles war schwarz-weiß gehalten, um die erdrückende Zeit zu unterstreichen.

Der vierte Tag war etwas weniger belastend für die Seele. Um 10 Uhr kamen wir mit dem Bus in Krakau an. Unser erster Punkt der Tagesordnung war das Museum von Schindler, welches wir relativ frei, selbst durchforsten konnten. So hatte jeder die Zeit, die Er oder Sie brauchte. Mit recht interessanten, so genannten „E-Autos“ fuhren wir allesamt zur Stadtmitte, um daraufhin zum Marktplatz, mit der riesigen Halle und der beeindruckenden Kirche zu laufen. Wir durften in Kleingruppen durch Krakau laufen, die Stadt erkunden und nach Belieben das ein oder andere Geschäft für Souvenirs betreten. Jeder sollte sich selbst verpflegen, da wir uns um 15 Uhr bereits für eine Stadtführung am selben Punkt wieder trafen. Eine sehr sympathische Frau führte uns durch die Straßen, zum Schloss und auch durch das Judenviertel. Man merkte wie es mit der Zeit dunkel wurde. Als wir uns gegen 18 Uhr von unserer Begleiterin verabschiedeten, liefen wir eigenhändig als Gruppe zu einem germanischen Restaurant, in dem wir aßen, tranken und den Tag einfach ausklingen ließen. Wieder in der Unterkunft hatte jeder Zeit für sich.

Unser Abreisetag gestaltete sich sehr einfach. Kaum hatten wir aufgeräumt, uns verabschiedet und im Bus gesessen, waren wir auch schon am Flughafen in Krakau. Von dort ging es recht flott nach Deutschland zurück.

Es sind bereits einige Tage vergangen als wir dort waren und trotz der schlimmen Dinge und den ganzen Bildern, die man nicht so schnell vergessen wird, kann ich diese Fahrt nur jedem empfehlen.

Es war die Erfahrung wert und jeder der sich dafür interessiert, oder die Ereignisse nicht einfach so vergessen möchte, sollte diese Chance nutzen.



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Autor: Stefan Möhnen
E-Mail: moehnen@bbs1-kl.de

 
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