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9.11.14 11:36

Sucht-Präventionstag zum Thema Glücksspielsucht


Von: Dania Zimmermann


Die BBS I Technik hat am Mittwoch unter dem Motto „Glücksspielsucht – ein Thema auch für uns?“ zum dritten Mal einen Sucht-Präventionstag für ihre Schüler veranstaltet. Aufgrund des positiven Feedbacks im vergangenen Jahr stand dieses Mal erneut das Thema Glücksspielsucht im Zentrum. Neben Vorträgen von Experten wie Dr. Sebastian Lenhart vom Michaelshof bei Kirchheimbolanden, Christoph Einig von der Diakonie Kaiserslautern und Gerd Laub von der Kaiserslauterer Jugend- und Drogenberatung Release berichteten zwei ehemalige Glücksspielsüchtige von ihrer Sucht. Ziel der Veranstaltung war, den rund 500 teilnehmenden Schülern zu verdeutlichen, wie schnell man in diesen Teufelskreis geraten kann.


Der stellvertretende Schulleiter der BBS I Technik, Jürgen Bärmann, eröffnete den Sucht-Präventionstag und betonte, wie wichtig der Schule dieses Thema sei. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung seien insbesondere Jugendliche durch Videospiele und Online-Glücksspiele häufig von der Glücksspielsucht betroffen. Daran knüpfte Dr. Sebastian Lenhart vom Michaelshof bei Kirchheimbolanden, einer Fachklinik für suchtkranke junge Männer, an und erläuterte den Schülern in seinem Vortrag, dass insbesondere Männer bis etwa 25 Jahren höchst suchtgefährdet seien. Demgegenüber setze die Sucht bei Frauen erst später, etwa ab dem 40. Lebensjahr ein. Zudem erklärte er den Schülern die neurobiologische Störung bei Suchterkrankungen auf sehr verständliche Weise.

Christoph Einig von der Diakonie Kaiserslautern kam mit den Schülern über deren Vorerfahrungen mit Glücksspielen ins Gespräch. Er ließ sie eine Rangliste von Glücksspielen erstellen, wo ihrer Meinung nach die Gefahr einer Suchtgefährdung am stärksten ist und berichtete aus seinem Arbeitsalltag als Fachberater. Häufig seien Langeweile, aber auch der fehlende Umgang mit Geld Ursachen einer Glücksspielsuchterkrankung. Er konfrontierte die Schüler auch mit Aussagen von Glücksspielsüchtigen, die diese dann den Suchtstufen, der Genuss-, Gebrauchs, Missbrauchs- und Suchtphase, zuordnen mussten. Gerd Laub von Jugend- und Drogenberatung Release stellte in seinem Vortrag nicht das Thema Glücksspiel in den Fokus, sondern sprach im Allgemeinen über Süchte – von Alkohol über Drogen bis zu Essstörungen. Er betonte, dass Süchte oft ähnliche Ursachen hätten und erläuterte den teilnehmenden Klassen, wie Süchte entstehen und ließ die Schülern von ihren Erfahrungen berichten.

Nach diesen Fachgesprächen wurden die Schüler letztlich mit der Realität durch die Berichterstattung von zwei ehemaligen Spielsüchtigen aus Saarbrücken, die gemeinsam in einer Selbsthilfegruppe ihre Glücksspielsucht verarbeiten, konfrontiert. Die zwei Ex-Spieler berichteten von ihren Erfahrungen als Spieler und veranschaulichten dabei sehr deutlich, welche Auswirkungen die Spielsucht auf ihr Leben und ihr gesamtes Umfeld hatte.

So berichtete ein Ex-Spieler, dass er wortwörtlich Haus und Hof verspielt habe – sein Vermögen, seine Unterkunft, sogar sein Erbe. Am Ende sei er trotz zweier Ausbildungen obdachlos gewesen, habe sogar einige Zeit in der offenen und geschlossenen Psychiatrie verbracht. Aufgrund seiner sehr strengen Erziehung sei das Spielen für ihn bereits in jungen Jahren eine Flucht gewesen. An einem Tag habe er sogar bis zu 12.000 Euro verzockt und 39 Stunden durchgespielt.

Auch bei dem zweiten Ex-Spieler, der nun seit 2012 „spielfrei“ ist, hat die Glücksspielsucht sehr früh begonnen. „Nach drei Jahren Ausbildung hatte ich bereits 8000 Euro Schulden“, berichtete er. Sein Leben sei eigentlich normal verliefen – Studium, im Anschluss ein guter Job als Manager bei einer Fast-Food-Kette, Heirat und die Geburt seines Sohnes – wenn da nicht die Spielleidenschaft gewesen wäre. 2004 sei dann der „große Knall“ gekommen, als seine zweite Frau die fristlose Kündigung der Wohnung im Briefkasten gefunden habe, weil er die Monatsmieten verspielt hatte. Doch auch danach sei es ihm nicht gelungen, trotz einiger Besuche in Selbsthilfegruppen, vom Glücksspiel wegzukommen. Erst als ihn seine Frau 2011 dann endgültig verließ, sei er aufgewacht, habe sich einen Psychiater gesucht und der Selbsthilfegruppe in Saarbrücken angeschlossen.

Die beiden Ex-Spieler berichteten eindrucksvoll von ihrer Spielsucht und erklärten den Schüler, dass sie ähnlich wie bei anderen Süchten auch Entzugserscheinungen wie Nervosität, Schweißausbrüche und regelrechte Übelkeit verspürten, wenn sie nicht spielen konnten. Zum Abschluss warnten sie die Schüler eindringlich vor dem Teufelskreislauf der Spielsucht, da auch die Rückfallquote so extrem hoch sei. 



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Autor: Stefan Möhnen
E-Mail: moehnen@bbs1-kl.de

 
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